Für den Inhalt verantwortlich: Mag. Krystian Puszka 

Eigentümer: Röm.-Kath. Pfarramt St. Nikolai i. S.

Nikolai Nr. 15
8505 Sankt Nikolai im Sausal 15

• Telefon: +43 (0)3185 2451

• eMail:  pfarrer(at)nikolai.at

• DVR-Nummer: 0029874 (10610)

"Kirche des Heiligen Nikolaus" - so lautet die lateinische Bezeichnung unserer Kirche.  

Die Geschichte dieses Gotteshauses im Sausal beginnt weit vor dem 13. Jahrhundert. Die frühen Ansiedlungen in dieser Gegend wurden ausschließlich auf Hügelrücken erbaut, denn die sumpfigen Niederungen und Talsohlen konnten erst spät entwässert und besiedelt werden. So stand auch das frühe, einfache Gotteshaus, das später zu unserer Kirche wurde, auf einem felsigen Hügel. In sicherer Höhe über den ungeregelten Bächen und launigen Sümpfen. 

1160 wird die Ecclesia Sancti Nicolai urkundlich erwähnt, dann 1215 erneut. Im Volksmund entwickelt sich aus dem lateinischen Namen bald die Kurzform „Sankt Nikolai“.  So entstand der Name unseres Ortes.

Unsere Kirche – Ein Ort für Gott

 


Unsere Kirche im Herzen der Marktgemeinde Sankt Nikolai im Sausal ist ein guter Ort für die Begegnung mit Gott. 

Die letzte Kirchenrenovierung unterstrich vor allem den inneren Wert unseres Gotteshauses. Fernab von Putten, Pomp und Preziosen ist es die unverstellte Offenheit, die von den vielen Besuchern besonders geschätzt wird. Diese Offenheit schafft Raum, sich dem Zentrum der Kirche, dem Kern des Glaubens und dem Fundament jeden christlichen Lebens zuzuwenden: Gott.


Unsere Kirche ist täglich von 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet. Auch in Coronazeiten. Keine Gitter, keine Sperren behindern den Zutritt und das ungestörte Gespräch mit Gott. Einzig der Aufgang zum Glockenturm bleibt gut verschlossen; es sei denn unser Sacristan Hubert Hödl läutet die Glocken. Wie derzeit jeden Tag gegen 20 Uhr, um ein Zeichen der Gemeinschaft zu senden in dieser Zeit ohne Zusammenkünfte, Pfarrpräsenz und Gottesdienste. Wir kommen zurecht. Keine Frage.

Die Pfarre verdankt dem Stift Admont nicht nur die Seelsorge, die in früherer Zeit durch Ordenspriester aus dem Stift durchgeführt wurde, sondern auch großzügige Zuwendungen bei der Erbauung, Erweiterung und Erhaltung von Kirche und Pfarrhof.

Einen wahren Schatz hütet unsere Pfarrkirche mit dem Römerstein aus der Zeit von Kaiser Titus Flavius Vespasian (69-79 n.Chr.). In jenen Tagen lag St. Nikolai unweit der wichtigen Römerstadt Flavia Solva (heute: Wagna bei Leibnitz). Fast 100 Jahre zuvor, um 15 v. Chr., wurde die Steiermark friedlich von den Römern eingenommen und gehörte zur damaligen römischen Provinz Noricum. Der Stein zeigt den 13 jährigen Knaben Cassianus, einen Anhänger des altägyptischen Gottes Horus.

Typischerweise trägt er (noch) die Horus-Locke, die ihm mit 16 Jahren dann abgenommen werden wird. Er hält zudem einen Vogel in Händen, ein Sinnbild des falkenköpfigen Gottes.

Der Stein war fest in der Apsis eingemauert, wurde im letzten Jahrhundert freigelegt und ist heute in der Taufkapelle zu bewundern.

Der Römerstein von Sankt Nikolai 

Über 800 Jahre gehörte die Kirche zum Stift Admont, seit 1981 ist unsere Pfarre selbständig. Doch sind die freundschaftlichen Bande zum Stift ungebrochen! Das zeigt sich auch im grafischen „Zitat“ der beiden Rautensymbole des Stifts im Ortswappen von St. Nikolai im Sausal.

Ecclesia Sancti Nicolai 

Romani Ante Portas 

Der Namenspatron 

Das Patrozinium 

Unser Gotteshaus ist dem Heiligen Nikolaus geweiht.

Der Heilige Nikolaus von Myra ist einer der beliebtesten Heiligen der römisch-katholischen und griechisch-orthodoxen Glaubenswelt. Um sein Wirken und seine Wunder ranken sich so viele Geschichten, daß sowohl das Heiligenlexikon als auch Wikipedia sehr ausführliche Schilderungen bereithalten. 

 

Prof. Dr.theol. Manfred Becker-Huberti aus Köln hat im Auftrag der Kirche nachgewiesen, daß der legendäre Nikolaus eine Kompilation aus zwei historischen Personen ist: dem Bischof Nikolaus von Myra und Bischof Nikolaus von Pinora. Die Legenden verdichten die Lebensgeschichten wie folgt: Irgendwann um 280 n. Chr. wird er in der heutigen Türkei geboren, lebt und stirbt auch dort.

Um 1087 jedoch werden seine sterblichen Überreste aus dem Grab in Myra (heute: Demre) gestohlen und nach Bari in Italien gebracht. Dort liegen sie noch heute. Die vielen Wunder, die er vollbracht haben soll, ließen ihn bald schon zum Schutzheiligen für alle Fälle werden. Nikolaus ist insbesondere der Schutzpatron der Seefahrer, reisenden Händler, Ministranten und Kinder, aber auch der Studenten, Kaufleute, Getreidehändler, Pfandleiher, Juristen, Apotheker, Schneider, Küfer, Fuhrleute, Salzsieder, Gefängniswärter und Drescher. Selbst die Fleischhauer machten den Heiligen – wegen der "Scholaren im Pökelfass" * – zu ihrem Patron. Als Nationalheiliger wird Nikolaus vor allem in Russland, Kroatien, Serbien, in Süditalien (Bari) und in Lothringen verehrt.

 

Zu der Zeit, als auch unsere Kirche dem Heiligen Nikolaus geweiht wurde, gab es einen echten Nikolaus-Kult. Diesseits der Alpen gab es damals mehr als 2.200 Kirchen mit Nikolaus-Patrozinium.

 

Eine Nikolaus-Legende berichtet davon, wie der Heilige Nikolaus verhindert, daß drei Schwestern wegen mangelnder Mitgift zu einem ehelosen, ja unzüchtigen Leben gezwungen werden sollen. Er wirft in drei aufeinanderfolgenden Nächten je einen Goldklumpen in die zum Trocknen herausgehängten Strümpfe der Mädchen. Nun besitzen sie eine Mitgift und können verheiratet werden!

Jene drei Goldklumpen oder -kugeln sind es auch, die wir im Gemeindewappen unseres Ortes finden. Mehr dazu auf Wikipedia.

 

* Die Nikolaus-Geschichte von den "Scholaren im Pökelfass" wird zwar überall zitiert, aber nirgends erläutert. Sie wären nicht in St.Nikolai zu Gast, wenn es hier genauso oberflächlich zuginge. Hier also die Legende zu den "Scholaren im Pökelfass". Drei Hochschullehrer (Dozenten, Scholare) waren auf Reisen und verbrachten eine Nacht in einem Gasthaus. Der Wirt, ein übler Bursche, witterte eine großen Reisekasse bei den hohen Herren. Kurzerhand ermordete er sie und versteckte ihre Körper in einem übergroßen Salzfass (Pökelfass), was keine verräterischen Gerüche entstehen ließ. Der Heilige Nikolaus aber bekam Wind von der Sache, stellte den Wirt zur Rede und holte die drei Gelehrten aus dem Salzfass. Mehr als das: er wiederbelebte sie auch! 

So. Das war die Kurzform. Und ab sofort können Sie auch in diesem Punkte mitreden. 

Unser Gotteshaus