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Liturgische Texte des heutigen Tages für Ecclesia St. Nicolai 

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Römisch-Katholische Pfarrgemeinde Sankt Nikolai im Sausal, Südsteiermark, Österreich

Internet presence of the Roman Catholic Parish Sankt Nikolai im Sausal, Styria, Austria

Corona-Richtlinien Diözese Graz-Seckau

EIN GANZES FASTENJAHR

Die Fastenzeit des Vorjahres endete nicht.
Seit zwölf Monaten verzichten wir auf Unverzichtbares: Empathie, Zuwendung, Nähe, Freude, Vertrautheit und Gemeinschaft. Alles, was das Menschliche im Miteinander ausmacht.
Viele leiden sehr darunter - insbesondere unsere Kinder, die mit dem Gefühl aufwachsen, sie seien eine Gefahr für andere (weshalb sie sich distanzieren und andere durch ihre Masken schützen müssen) bzw. die anderen seien eine Gefahr für die Kinder (weshalb die anderen sich distanzieren und Masken tragen müssen).

VORBILDER und WELTBILDER
Bei uns Erwachsenen ist der Leidensdruck ambivalenter, je nachdem, wie sehr wir uns persönlich noch als Teil einer Gemeinschaft definieren oder doch eher als Einzelkämpfer. Jahrzehntelang sind wir ermuntert worden, nur unseren persönlichen Vorteil zu suchen. Die Mächtigsten, Rücksichtslosesten und Reichsten wurden zu Leitfiguren: Vorbilder prägen Weltbilder. Der Geist des Kapitals und des Profits beherrscht die Welt und bringt Unfrieden, Neid, Missgunst und Separation.
„Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe und Freude, Frieden und Geduld, Freundlichkeit, Güte und Treue…“ (Galater 5,22)

Auf dem Weg dorthin, wo wir heute stehen, verarmten immer mehr und wurden zeitgleich sehr, sehr wenige unvorstellbar reich. Es ist ein untragbares Ungleichgewicht entstanden. Selbst die Staatskassen sind so hoch verschuldet, dass es keine vernünftige Lösung geben kann.

Da kommt das unsichtbare Virus gerade recht. Sollte nämlich die Struktur zerbrechen, die uns nun so lange getragen hat, dann wäre das Virus ein perfekter Sündenbock und ein Feigenblatt, hinter dem sich die wahren Ursachen trefflich verbergen lassen. Dann würde niemand an den Pranger gestellt, nur der unsichtbare Erreger.

FASTENZEIT

FASTENZEICHEN

Das Aschekreuz auf der Stirn ist seit der Fastenzeit 2020 durch den Mund-Nasen-/FFP2-Schutz ersetzt worden. Die Maske ist das sichtbare Zeichen unseres Verzichts. Und wir verzichten, weil wir hoffen, dass unser Leben als Einzelner, als Familie, als Gemeinschaft, als Gesellschaft und als Nation weiter Bestand haben wird.
Doch ist das gewährleistet, wenn die soziale Sicherheit wegfällt, der Mittelstand zerbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen, Unruhen entstehen, Barrikaden brennen und viele Grüppchen gegeneinander um die letzten Krümel kämpfen? Wohl kaum.

WEGGEFÄHRTEN IN DER KRISE
Auch hier darf Jesus als Vorbild dienen. Er suchte sich treue Weggefährten, die Apostel, und eine Reihe von Menschen, die ihm Sicherheit, Unterkunft und Versorgung boten auf seinem Weg durch die Zeit, wie etwa Martha und Maria (Lukas 10,39…40).

Auch wir sollten für die „Zeit der großen Drangsal“ (Matthäus 24,21 und Zefanja 1,14) eine Gruppe treuer Weggefährten suchen. Menschen, auf die wir uns verlassen können und die bereit sind, sich gegenseitig ohne Vorbehalte zu unterstützen. Getragen von einem gemeinsamen Geist, geeint durch die Gedanken der Mitmenschlichkeit und Gottesfurcht, ehrlich und ehrenhaft mit fester Moral. Lasst uns ein Zeichen finden, an dem wir uns erkennen können. Wie damals die Urchristen den Fisch als geheimes Symbol ihrer Zugehörigkeit hatten.

KEINE LÖSUNG
Denn allem Anschein nach ist die Fastenzeit auch heuer mit dem Osterfest nicht vorbei. Durch immer neue Mutationen des Virus und neue gesellschaftliche Umbrüche stehen uns noch mehr Dinge bevor, auf die wir verzichten müssen. Angela Merkel sagte nach dem G7-Gipfel am 19. Februar 2021: „Die Pandemie endet erst, wenn jeder Mensch auf dieser Erde geimpft ist.“

Sie sind noch nicht fertig mit uns.

(Text H. Karrenbrock)

Anna Gaisch